Die Digitalisierung macht Kapazitäten frei

Wir brauchen es nicht mehr immer wieder neu zu betonen: Digitalisierung verändert. In der Steuerberatung in erster Linie die Tätigkeiten des Kanzleileiters und aller Mitarbeiter. Schritte fallen weg, werden automatisiert. Es entstehen Kapazitäten für anderes. Was aber könnte das sein? Was möchte der Mandant, der ja selbst Gegenstand der digitalen Transformation ist. Eine der Antworten lautet ganz klar: betriebswirtschaftliche Beratung.

Logisch, wer, wenn nicht der Steuerberater, kennt die Zahlen des Mandanten? Warum also sollte er externe Unternehmensberater beauftragen?

Steuerberater als Unternehmensberater

Klar, geht es um Themen wie etwa Vertrieb oder Marketing, sind Spezialisten aus eben diesen Bereichen gefragt. Oft aber beschäftigen sich Unternehmensberater mit zahlenbasierten Fragestellungen wie etwa der Erstellung von Businessplänen, Unternehmens(ver)käufen, der Erschließung neuer Geschäftsfelder etc. Dass Unternehmensberater Experten in diesen Bereichen sind und meist ein anspruchsvolles betriebswirtschaftliches Studium mit jeder Menge Finanzwissen mitbringen, steht natürlich außer Frage. Die meisten Steuerberater aber können da mithalten. Als Unternehmer sind sie es, die verstehen, wie andere Unternehmer ticken, was ihre Fragen, Nöte und Herausforderungen sein könnten. Zudem sind es die Steuerberater, die bereits einen tiefen Einblick ins Zahlenwerk ihrer Mandanten haben. Dieser Einblick kann aber genutzt werden, um darauf aufzubauen und viel umfassendere Beratungsleistungen anbieten zu können. Das bedeutet aber auch, nicht nur mit den Gegebenheiten zu arbeiten. So werden betriebswirtschaftliche Auswertungen etwa nicht bloß erstellt und gegebenenfalls mit dem Mandanten besprochen, sondern aktiv hinterfragt. Ein großer Vorteil für den Mandanten: Womögliche Krisensituationen werden zu einem weitaus früheren Zeitpunkt erkannt, so dass noch rechtzeitig gegengesteuert wird. In der regulären Unternehmensberatung ist es nicht selten andersherum: Der Berater wird erst ins Haus geholt, wenn der Handlungsbedarf groß ist.

Für den Steuerberater sind dafür zwei Eigenschaften unabdingbar: Eigeninitiative und die Fähigkeit, Beratungsbedarf zu erkennen (und zu verkaufen!).

Consulting lockt Fachkräfte

Übrigens: Consulting lockt vor allem junge, gut ausgebildete Hochschulabsolventen. Natürlich rufen die großen Beratungshäuser am lautesten, bieten oft ausgezeichnete Weiterbildungsprogramme und natürlich überdurchschnittliche Gehälter. Kleine und mittelständische Kanzleien aber können auch punkten: Mit familienfreundlicheren Arbeitszeiten, überschaubaren Dienstreisen und einer steileren Lernkurve durch Verantwortungsübernahme von Anfang an.

Unterstützer der Digitalisierung beim Mandanten

Doch nicht nur zur Optimierung von unternehmerischen Kennzahlen können Steuerberater beraten. Die Digitalisierung eröffnet außerdem die Möglichkeit, die Prozesse des Mandanten unter die Lupe zu nehmen und voranzutreiben. Gerade hier können Vorsysteme und Schnittstellen optimiert werden, damit Unterlagen digital und medienbruchfrei an den Berater gelangen – und der Mandant umgekehrt in Echtzeit auf Unternehmensdaten und -zahlen zugreifen kann.