Als Steuerberater*innen stehen wir vor enormen Veränderungen, Herausforderungen und Chancen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht mit der fortschreitenden Digitalisierung und den damit verbundenen Auswirkungen auf unsere Branche konfrontiert werden.

Glaubt man verschiedenen Zukunftsstudien werden Steuerberater sowie deren Mitarbeiter in naher Zukunft aufgrund der Digitalisierung und der damit einhergehenden Automatisierung bald überflüssig sein. Sämtliche Tätigkeiten werden automatisiert und das insbesondere in Deutschland so stark verankerte Standesrecht wird fallen. Der Markt wird sich für Konkurrenzanbieter aus dem In- und Ausland öffnen, der Preisdruck verschärft sich und der Beruf des Steuerberaters sowie wie wir ihn heute kennen, wird Geschichte.

Steuerberater: Beruf ohne Zukunft?

Als junger Steuerberater macht man sich vor diesem Hintergrund natürlich seine Gedanken und fragt sich: „Ist das wirklich so?“ Ich höre nun seit zwei Jahren nichts anderes mehr und frage mich im Gegenzug, warum denn in der Praxis dann so wenig passiert? Wieso üben wir noch immer so viele manuelle Arbeiten aus, wenn unsere Tätigkeit bald wegdigitalisiert wird?

Eine Antwort kann lauten, dass sich die Berater so lange dagegen wehren, bis sich der Markt über Nacht verändert und es den großen Knall gibt. Danach wird alles anders sein und wir Berater sind selbst schuld, weil wir es nicht wahrhaben wollten. Ja, das mag vereinzelt vielleicht so sein und möglicherweise hängt dies auch mit der Altersstruktur der Branche zusammen: Mehr als die Hälfte der Steuerberater*innen in Deutschland sind älter als 50 Jahre und ein Großteil wird bald im Ruhestand sein.

Aber diese Antwort möchte ich nicht akzeptieren, weil viele Berater auch anders denken. Ich pflege ein Netzwerk von Steuerberatern, in dem wir uns laufend über neue Entwicklungen und Möglichkeiten austauschen. Wir diskutieren darüber, wie man bereits heute Arbeitsschritte vereinfachen und ggf. sogar automatisieren kann. Der Anteil der Steuerberater*innen, die der Digitalisierung, der Automatisierung und den technischen Entwicklungen sehr positiv gegenüber stehen, ist somit keine Minderheit und wächst zudem stetig an.

Unser Weg in die Zukunft der Steuerberatung

Also muss der Grund doch woanders liegen. Und genau auf die Reise möchten wir euch mitnehmen und euch von unserem Weg berichten. Als Steuerberatungsgesellschaft setzen wir voll auf die Chancen der Digitalisierung und versuchen alle technischen Hilfsmittel, die uns zur Verfügung stehen auch zu nutzen. Dabei sind wir bereit andere – für uns Steuerberater unbekannte – Wege zu gehen und auch von unseren Mandanten zu lernen. Denn blicken wir auf andere Branchen, ist die Digitalisierung in vielen Fällen schon deutlich weiter. Einen Überweisungsträger per Hand auszufüllen oder zur Urlaubsbuchung in ein Reisebüro zu gehen? Das mögen einige Ausnahmen noch so handhaben, der Standard sieht allerdings bereits anders aus.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen euch einen Einblick in unseren Weg zu geben. Wir werden euch mitnehmen und über unsere Überlegungen und unsere ersten Schritte berichten. Was war dabei unsere Motivation und haben wir es geschafft auch alle Mitarbeiter mitzunehmen? Und ganz wichtig: Was haben wir denn tatsächlich gemacht und hat das auch immer funktioniert? Ich glaube, dass können wir bereits vorwegnehmen: Nein, hat es natürlich nicht. Wir berichten wie wir mit diesen Rückschlägen und Problemen umgegangen sind und wie wir uns trotzdem nicht von unserem Weg haben abbringen lassen.

Die Autoren

Und wenn ich von wir spreche, dann sind das Timo Blum, Steuerberater und ebenfalls Geschäftsführer der Müller Blum Steuerberatungsgesellschaft mbH und von Startup und Tax sowie Marvin Rempe, Steuerassistent und angehender Steuerberater.

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